Bava Kamma 162

Kapitel 162

א ולא ממקום שהוא רואה את החמה שנאמר (דברים לג, יד) וממגד תבואות שמש:
1 nicht aber von einer Stelle, die von der Sonne beschienen wird, denn es heißt:<i>mit dem Köstlichsten, was die Sonne hervorbringt.</i>
ב ומעין היוצא תחילה בני העיר מסתפקין ממנו אמר רבה בר רב הונא ונותן לו דמים ולית הלכתא כוותיה:
2 Daß die Bürger der Stadt aus einer neu entspringenden Quelle schöpfen dürfen. Raba b. R. Hona sagte: Sie müssen ihm aber eine Entschädigung zahlen. Die Halakha ist aber nicht wie er.
ג ומחכין בימה של טבריא ובלבד שלא יפרוס קלע ויעמיד את הספינה אבל צד הוא ברשתות ובמכמרות ת"ר בראשונה התנו שבטים זה עם זה שלא יפרוס קליעה ויעמיד את הספינה אבל צד הוא ברשתות ובמכמרות
3 Daß man im Meere von Ṭiberjas angeln darf, nur darf man kein Einhegung machen und den Schiffen hinderlich sein. Man darf mit Netzen und Fischergarnen fischen. Die Rabbanan lehrten: Früher hatten die Stämme unter einander vereinbart, daß niemand Einhegungen machen dürfe und den Schiffen hinderlich sein, wohl aber erlaubt sei, mit Netzen und Fischgarnen zu fischen.
ד תנו רבנן ימה של טבריא בחלקו של נפתלי היתה ולא עוד אלא שנטל מלא חבל חרם בדרומה לקיים מה שנאמר (דברים לג, כג) ים ודרום ירשה
4 Die Rabbanan lehrten: Das Meer von Ṭiberjas befand sich im Gebiete Naphtalis, und außerdem erhielt er noch einen Landstrich auf der Südseite; damit geht in Erfüllung, was geschrieben steht:<i>Meer und Südland nahm er in Besitz.</i>
ה תניא רבי שמעון בן אלעזר אומר תלושין שבהרים בחזקת כל השבטים הן עומדים ומחוברים בחזקת אותו השבט
5 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Was sich lose auf den Bergen befand, gehörte allen Stämmen gemeinsam, und was am Boden haftete, gehörte dem betreffenden Stamme.
ו ואין לך כל שבט ושבט מישראל שאין לו בהר ובשפלה ובנגב ובעמק שנאמר (דברים א, ז) פנו וסעו לכם ובאו הר האמורי ואל כל שכניו בערבה בהר בשפלה ובנגב ובחוף הים וגו' וכן אתה מוצא בכנענים ובפריזים ובאמוריים שלפניהם שנאמר ואל כל שכניו אלמא שכניו הכי הוו:
6 Du hast keinen Stamm in Jisraél, der nicht Berg und Tal, Hochland und Tiefland hatte, denn es heißt:<i>brecht auf und zieht nach dem Gebirge der Emoriter und zu all ihren Nachbarn, in der Steppe, auf dem Gebirge, in der Niederung, im Hochlande und an der Meeresküste &amp;c.</i> Dies findest du auch bei den Kenaa͑nitern, Perizitern, und Emoritern vor ihnen, denn es heißt: <i>und zu all ihren Nachbarn,</i> demnach hatten sie auch ihre Nachbarn.
ז ונפנין לאחורי הגדר ואפילו בשדה שהיא מלאה כרכום אמר רב אחא בר יעקב לא נצרכה אלא ליטול הימנו צרור אמר רב חסדא ואפילו בשבת מר זוטרא חסידא שקיל ומהדר וא"ל לשמעיה (למחר) זיל שירקיה:
7 Daß man hinter einem Zaune seine Notdurft verrichten darf, selbst auf einem Felde voll Safran. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Dies besagt, daß man von diesem eine Scholle nehmen dürfe. R. Ḥisda sagte: Selbst am Šabbath. Mar Zuṭra der Fromme nahm und gab sie zurück. Auch sagte er zu seinem Diener, daß er am folgenden Tage hingehe und [diese Stelle] glattstreiche.
ח ומהלכין בשבילי הרשות עד שתרד רביעה שניה אמר רב פפא והאי דידן אפילו טל קשי לה:
8 Daß man bis zum zweiten Regenfalle auf den Freistegen gehen darf. R. Papa sagte: Für unsere [Felder] ist dies schädlich, selbst wenn nur der Tau herniedergefallen war.
ט ומסלקין לצידי הדרכים מפני יתידות הדרכים שמואל ורב יהודה הוו שקלי ואזלי באורחא הוה מסתלק שמואל לצידי הדרכים א"ל רב יהודה תנאין שהתנה יהושע אפילו בבבל א"ל שאני אומר אפילו בחוצה לארץ
9 Daß man wegen der Unebenheiten der Wege auf den Seiten der Wege gehen darf. Šemuél und R. Jehuda schlenderten einst auf dem Wege, und Šemuél bog nach der Seite des Weges ab. Da sprach R. Jehuda zu ihm: Gelten denn die von Jehošua͑ getroffenen Verordnungen auch für Babylonien? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht, auch für das Ausland.
י רבי ורבי חייא הוו שקלי ואזלי באורחא אסתלקו לצידי הדרכים הוה קא מפסיע ואזיל ר' יהודה בן קנוסא קמייהו א"ל רבי לרבי חייא מי הוא זה שמראה גדולה בפנינו
10 Rabbi und R. Ḥija schlenderten einst auf dem Wege und bogen nach der Seite des Weges ab, und vor ihnen ging springend R. Jehuda b. Neqosa. Da sprach Rabbi zu R. Ḥija: Wer ist es, der vor uns so groß tut?
יא א"ל ר' חייא שמא ר' יהודה בן קנוסא תלמידי הוא וכל מעשיו לשם שמים כי מטו לגביה חזייה א"ל אי לאו יהודה בן קנוסא את גזרתינהו לשקך בגיזרא דפרזלא:
11 R. Ḥija erwiderte: Es ist wahrscheinlich mein Schüler R. Jehuda b. Neqosa; all seine Handlungen geschehen im Namen des Himmels. Als sie ihn erreichten und erkannten, sprach er zu ihm: Wärest du nicht Jehuda b. Neqosa, würde ich dir die Füße mit einer eisernen Säge absägen.
יב התועה בין הכרמים מפסיג ויורד מפסיג ועולה: ת"ר הרואה חבירו תועה בין הכרמים מפסיג ועולה מפסיג ויורד עד שמעלהו לעיר או לדרך וכן הוא שתועה בין הכרמים מפסיג ועולה מפסיג ויורד עד שיעלה לעיר או לדרך
12 Daß, wer in Weinbergen umherirrt, teilen und hinabschreiten, teilen und hinauf schreiten darf. Die Rabbanan lehrten: Wer seinen Nächsten in Weinbergen umherirren sieht, darf teilen und hinaufschreiten, teilen und hin abschreiten, bis er ihn in die Stadt oder auf den Weg bringt. Ebenso darf man, wenn man selber in Weinbergen umherirrt, teilen und hinaufschreiten, teilen und hinabschreiten, bis man in die Stadt oder auf den Weg kommt. –
יג מאי וכן מהו דתימא חבירו הוא דידע להיכא מסלק דניפסוג אבל הוא דלא ידע להיכא קא סליק לא ניפסוג נהדריה נהדר בי מיצרי קמ"ל
13 Was soll das ‘ebenso’? – Man könnte glauben, nur wenn man einen anderen führt, man also weiß, wo man zu gehen hat, wenn man aber selber irrt, man also nicht weiß, wo man zu gehen hat, schreite man nicht, sondern gehe am Rande, so lehrt er uns. –
יד הא דאורייתא הוא דתניא השבת גופו מניין ת"ל (דברים כב, ב) והשבותו
14 Dies ist ja ein Gebot der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: Woher dies vom Verluste seines Körpers? Es heißt:<i>du sollst ihn</i><i>zurückbringen</i>. –
טו דאורייתא הוא דקאי בי מיצרי אתא הוא תקין דמפסיג ועולה מפסיג ויורד:
15 Nach der Tora soll dies längs des Randes geschehen, darauf kam er und ordnete an, daß man teile und hinaufschreite, teile und hinabschreite.
טז ומת מצוה קנה מקומו: ורמינהי המוצא מת מוטל באיסרטיא מפנהו לימין איסרטיא או לשמאל איסרטיא שדה בור ושדה ניר מפנהו לשדה בור
16 Daß ein Pflichttoter seinen Platz eigne. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand einen Toten auf der Landstraße liegen findet, so lege er ihn rechts oder links der Landstraße; [ist auf der einen Seite] ein Brachfeld und [auf der anderen] ein Ackerfeld, so lege er ihn auf das Brachfeld;
יז שדה ניר ושדה זרע מפנהו לשדה ניר היו שתיהן בורות שתיהן נירות שתיהן זרועות מפנהו למקום שירצה
17 wenn ein Ackerfeld und ein Saatfeld, so lege er ihn auf das Ackerfeld; sind beide Brachfelder, beide Ackerfelder oder beide Saatfelder, so lege er ihn auf die Seite, die ihm beliebt!?
יח אמר רב ביבי במוטל על המיצר מתוך שניתן לפנותו מפנהו לכל מקום שירצה
18 R. Bebaj erwiderte: Wenn er auf der ganzen Straßenbreite liegt, und da er zu entfernen ist, so lege er ihn auf jede Seite, die ihm beliebt.
יט אמרי עשרה הני חד סרי הויין מהלכין בשבילי הרשות שלמה אמרה
19 Wieso sind es zehn, es sind ja elf!? – [Die Erlaubnis] auf Freistegen zu gehen ist von Šelomo angeordnet worden, denn es wird gelehrt:
כ כדתניא הרי שכלו פירותיו מן השדה ואינו מניח בני אדם ליכנס בתוך שדהו מה הבריות אומרות עליו מה הנאה יש לפלוני ומה הבריות מזיקות לו עליו הכתוב אומר מהיות טוב אל תקרי רע ומי כתיב מהיות טוב אל תקרי רע אין כתיב כי האי גוונא (משלי ג, כז) אל תמנע טוב מבעליו בהיות לאל ידך לעשות
20 Wenn auf seinem Felde keine Früchte mehr vorhanden sind und er dennoch keinen Menschen über sein Feld gehen läßt, so sprechen die Leute über ihn: Was für einen Nutzen hat dieser Mann davon und welchen Schaden würden die Leute ihm zufügen? Über ihn spricht die Schrift: Kannst du ein Guter sein, so laß dich nicht einen Schlechten nennen. – Heißt es denn in der Schrift: Kannst du ein Guter sein, so laß dich nicht einen Schlechten nennen? –
כא ותו ליכא והא איכא דרבי יהודה דתניא רבי יהודה אומר בשעת הוצאת זבלים אדם מוציא זבלו לרה"ר וצוברו כל שלשים כדי שיהא נישוף ברגלי אדם וברגלי בהמה שעל מנת כן הנחיל יהושע לישראל את הארץ
21 Freilich, es heißt nämlich:<i>weigere dich nicht, einem Gutes zu tun, wenn es in deiner Macht steht</i>. – Gibt es denn weiter keine mehr, es gibt ja noch das, was R. Jehuda gesagt hat!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Zur Zeit der Dungauffuhr darf man (alle) dreißig Tage seinen Dünger auf öffentliches Gebiet bringen und aufhäufen, damit er unter den Füßen der Menschen und der Tiere zertreten werde, denn unter dieser Bestimmung verteilte Jehošua͑ das Land an Jisraél.
כב והא איכא דר' ישמעאל בנו של ר' יוחנן בן ברוקה דתניא רבי ישמעאל בנו של ר' יוחנן בן ברוקה אומר תנאי ב"ד הוא שיהא זה יורד לתוך שדה חבירו וקוצץ שוכו של חבירו להציל נחיל שלו ונותן לו דמי שוכו של חבירו
22 Ferner gibt es noch das, was R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, gesagt hat!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Es ist eine Gerichtsverordnung, daß man in das Feld seines Nächsten einsteigen und da einen fremden Zweig abhauen dürfe, um seinen Bienenschwarm zu retten, und er bezahle ihm den Wert des Astes.
כג ותנאי ב"ד הוא שיהא זה שופך יינו ומציל דובשנו של חבירו ונוטל דמי יינו מתוך דובשנו של חבירו ותנאי ב"ד הוא שיהא זה מפרק את עציו וטוען פשתנו של חבירו ונוטל דמי עציו מתוך פשתנו של חבירו שעל מנת כן הנחיל יהושע לישראל את הארץ
23 Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man seinen Wein ausgieße, um den Honig seines Nächsten zu retten, und vom Honig des anderen lasse dieser sich seinen Wein bezahlen. Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man sein Holz auslade, um den Flachs seines Nächsten aufzuladen, und vom Flachse des anderen lasse dieser sich den Wert seines Holzes bezahlen. Unter diesen Bestimmungen vererbte Jehošua͑ das Land an Jisraél. –
כד ביחידאי לא קאמרינן
24 Von Lehren Einzelner sprechen wir nicht. –